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Der George-Kreise nach des Meisters Tod – Ulrich Raulff erzählt in seiner Kreisbiografie eine Gespenstergeschichte für Erwachsene

Auch imaginäre Reiche können zerfallen. Bei Stefan George und seinem Kreis kann man den Beginn dieses Zerfalls genau datieren. In den frühen Morgenstunden des 4. Dezember 1933 tut der Dichter seinen letzten Atemzug. Von da an war das von George geschaffene „Dritte Reich“, anders als das ohne Anführungszeichen auskommende Machtgebilde Hitlers, den Jüngern überlassen.

Was dann geschah, beschreibt Ulrich Raulff als ziemlich atemberaubende Geschichte von Korruption und Zwist, als „schmutzige Ideengeschichte“ über den Streit um die Auslegung von Georges Botschaft. Andere Dichter mögen eine Wirkungsgeschichte haben, George hatte ein Nachleben. Die Bezeichnung als „Essay“ ist für ein Buch von mehr als 500 Seiten fast schon sittenwidrig, wäre da nicht der bewundernswert leichte essayistische Stil. Tatsächlich ist Raulffs Werk eine grandiose Art postumer Ideenbiografie. Weiterlesen »

Warum der Wahlkampf auch im Internet nicht besser war, aber die Wähler trotzdem davon profitierten

Der beste Platz für einen Politiker, wusste Loriot, ist das Wahlplakat: „Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen“. Dass Plakate auch im Zeitalter von Email und Internet noch Aufmerksamkeit erregen können, zeigte im vergangenen Wahlkampf die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld, die mit ihrem Dekolleté und dem der Bundeskanzlerin unter dem Motto „Wir haben mehr zu bieten“ im Berliner Szene-Bezirk Kreuzberg um Stimmen buhlte.

Noch eine Spur krasser plakatierte die Kandidatin der Partei „Die Linke“, Halina Wawzyniak, im gleichen Wahlbezirk. Sie ließ sich von hinten in enger Jeans ablichten. Der sinnfreie Wahlspruch dazu: „Mit Arsch in der Hose in den Bundestag“. Dagegen wirken die farbenfrohen Comic-Plakate schon fast staatstragend, mit denen der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele seit Jahren das Direktmandat in Kreuzberg erringt.

Der „Busen-Wahlkampf“ (taz) bewies vor allem eins: Erlaubt ist, was Aufmerksamkeit erregt. Konnte der 2002 von der FDP veranstaltete Spaßwahlkampf um das „Projekt 18%“ noch als Ausrutscher gelten, erliegen heute immer mehr Politiker aller Parteien der Versuchung, um jeden Preis auffallen zu wollen. Denn inhaltliche Botschaften spielten im Wahlkampf 2009 kaum noch eine Rolle. Wenn sich selbst die Parteiprogramme nur wenig voneinander unterscheiden, wird der Wahlkampf zum Wahlkrampf und das Medium zur Botschaft. Weiterlesen »

Peter Handkes neues Stück, bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt, ist eine grandiose Selbstdemontage.

Frauen, die lesen, sind gefährlich, heisst es. Aber stimmt das überhaupt? Ist das Lesen nicht ein Echo des Schreibens, das die Männer am liebsten allein und für sich tun? Sind Frau­en in Männertexten nicht immer nur Puppen an den Fäden der Meister? Gefährlich wird es erst, wenn die Frauen sich mit Worten bewaff­nen, wie in Peter Handkes neuem Stück «Bis dass der Tag euch scheidet». Mit der Doppel­premiere von Becketts «Das letzte Band» und Handkes Antwort darauf sorgten Schauspiel­direktor Thomas Oberender und Regisseur Jossi Wieler bei den Salzburger Festspielen für eine wohl einzigartige Konstellation im Welttheater der Geschlechter: Handke hat seinen Frauenmonolog als Echo auf Becketts Stück über den alten, abgehalfterten Schriftsteller Krapp verfasst, der im Alter von 69 Jahren und kurz vor seinem Tod Tonbänder abhört und über die verflossene Liebe zu einer «unbekann­ten Frau» nachsinnt. Ihr gibt Handke nun eine Stimme, und in der ungehaltenen Rede geht sie ziemlich schonungslos mit dem Schriftstel­ler ins Gericht, der tot ist und «hinüber, wie man nur hinüber aussehen kann» – ein Nar­renkönig, ein Versager vor dem zwischen­menschlichen Glück, das sie beide einmal kurz in der Nacht in einem Boot erlebt haben.

Ein Frauenmonolog von einem männlichen Dichter, der nicht nur reizbar, sondern auch ein wortmächtiger Macho ist – kann das gutgehen? Bei den Theatermachern habe es darüber zu­nächst Diskussionen gegeben, verrät Thomas Oberender am Rande der Premiere.

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Nach Recherchen von Malte Herwig wurde der Schriftsteller Dieter Wellershoff von der NSDAP als Mitglied geführt. Danach gefragt, lud er unseren Autor zu sich nach Hause ein und begab sich auf Erinnerungssuche

Vor Kurzem bekam der Schriftsteller Dieter Wellershoff, 83, einen Brief des Bundesarchivs in Berlin: Man habe, ausgelöst durch eine Recherche des ZEITmagazins, eine auf seinen Namen ausgestellte Karte in der Mitgliederkartei der NSDAP entdeckt – Dieter Wellershoff, Mitglied Nr. 10.172.531 der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Eine hohe, also späte Nummer, eine vom letzten Aufgebot.

Wer durfte in die Partei? Nur wer für würdig befunden wurde und unterschrieb. Sagen die Historiker. Dieter Wellershoff, das einstige Mitglied der Schriftstellervereinigung Gruppe 47, ein Mann, der sich in Büchern und Essays oft mit der deutschen Katastrophe beschäftigte, sagt am Telefon: „Ich war total vor den Kopf geschlagen, als ich von der Karte erfuhr.“

Er ist bereit zum Gespräch. Es findet Tage später in seiner Kölner Altbauwohnung statt. Wellershoff breitet Dokumente und Fotos auf dem Glastisch aus. Die Entlassungsurkunde aus britischer Gefangenschaft liegt da, ein Fotoalbum aus den dreißiger und vierziger Jahren. Und die Kopie der NSDAP-Karteikarte. Weiterlesen »

With all the news about nuclear tests and missile launch preparations, you’ve probably figured this wasn’t a good time to take a holiday in Kim’s kingdom. But you haven’t reckoned with Nick Bonner, whose company Koryo Tours has been organising  trips to the secluded communist state for years.

I met Nick in North Korea last year, when I reported on the Pyongyang International Film Festival, and can safely say he’s a jolly nice chap. And he’s also an example of the indefatigable spirit of the British. Today, In a newsletter sent out by Koryo Tours today, Nick writes:

Despite the recent nuclear test and missile launches it is still business as usual and this is for us as well as for the various European Embassies in Pyongyang. We have tourists going in almost every week and fully expect the Arirang Mass Games to be going ahead from 10th August to the end of September and maybe into October, as previously confirmed. American tourists are welcomed during this time and tours are showing a high level of interest. This is one of the most interesting times to visit North Korea in recent memory, book now for a genuine once-in-a-lifetime trip!

Well, you have to give it to the Brits. They won’t take no for an answer.

UPDATE, 11 June 2009: Kim closes shop. The official (North) Korean International Travel Company have sent round an email saying that UK citizens will not be allowed in by the North Korean authorities any more: “In connection with the recent measures taken by UK government not to allow DPRK citizens to enter the UK we also will not receive any UK citizens as tourists to the DPRK for the time being.„ 

VORABMELDUNG (den kompletten Artikel finden Sie im aktuellen ZEITmagazin)

Der bekannte deutsche Schriftsteller und Essayist Dieter Wellershoff, 83, wurde von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) als Mitglied geführt. Wie Recherchen von ZEITmagazin-Autor Malte Herwig ergaben, existiert in der NSDAP-Mitgliederkartei im Bundesarchiv eine Karteikarteunter unter der Nummer 10.172.531 auf Wellershoffs Namen.

Der Mitgliedskarte zufolge wurde die Aufnahme des damals 18-jährigen Wellershoff in die NSDAP am 20.04.1944 beantragt und erfolgte rückwirkend zum 20.04.1943. Ein unterschriebener Aufnahmeantrag liegt nicht vor. Allerdings findet sich Wellershoff auf einer namentlichen Liste von 368 NSDAP-Aufnahmeanträgen, die am 28. Oktober 1944 von der Gauleitung Düsseldorf bei der Reichsleitung in München eingereicht wurden.

Mit dem Fund konfrontiert, erklärte sich Dieter Wellershoff zum Gespräch bereit. Es wurde ein langer Nachmittag, vier Stunden lang sprach er mit dem Autor des ZEITmagazins, Malte Herwig, über sein Leben in den Monaten vor Kriegsende.

Wellershoff, der am 3.11.1925 in Neuß geboren wurde, erlebte das Ende des Kriegs als Wehrmachtssoldat in der Division Hermann Göring. Nach 1945 arbeitete er für den Rundfunk sowie als Lektor und Herausgeber der Werke Gottfried Benns. Der profilierte Schriftsteller (Der Liebeswunsch) und Essayist ist Mitglied des P.E.N.-Clubs und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Seine Bereitschaft, über die eigene Rolle in der damaligen Zeit zu sprechen, unterscheidet ihn von den meisten anderen Leitfiguren der Bundesrepublik, deren Verstrickung in die NS-Zeit später herauskam. Zu den Betroffenen gehören Martin Walser, Dieter Hildebrandt, Siegfried Lenz, Horst Ehmke, Hans Werner Henze und andere führende Intellektuelle und Künstler der Bundesrepublik. Das Auftauchen von immer mehr NS-Mitgliedskarteikarten prominenter Deutscher hat schon häufig für Diskussionen darüber gesorgt, ob die Angehörigen der Jahrgänge 1925-1927 vielleicht ohne eigenes Wissen in die NSDAP aufgenommen wurden.

Wellershoff selbst hatte vor zwei Jahren in einem SPIEGEL-Essay die Diskussion um die NS-Karteikarten als „journalistisches Sommertheater“ bezeichnet und seine Generationsgenossen in Schutz genommen. Ein Jahr zuvor kritisierte er in einem Artikel auf SPIEGEL Online den Schriftstellerkollegen Günter Grass dafür, dass der seine SS-Mitgliedschaft jahrzehntelang verschwiegen hatte. 

Nun äußert er sich im Interview mit dem ZEITmagazin zu seinem Verhältnis als Jugendlicher zur NSDAP: „Vor diesen braunen Leuten habe ich nur Abscheu empfunden. Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, dass ich irgendetwas unterschrieben hätte. Ich war nicht Mitglied der NSDAP. Ich hätte ja verrückt sein müssen, am Ende des Krieges einzutreten. Wem hätte ich damit gefallen wollen können? Wir Jungen wurden verheizt für die Fantasiepolitik der NSDAP. Damit diese Leute noch ein paar Monate länger an der Macht blieben.“

Wellershoff berichtet von Scheinbataillonen, aufgestellt in den letzten Kriegsmonaten. „Ich habe ein ganzes Feld voll gefallener Kameraden vor Augen, wenn ich daran denke.“ Und er sagt: „Dass ich den Krieg überlebt habe, habe ich versucht zurückzuzahlen, indem ich mich aufklärerisch verhalten habe.“

In der Tat hat Wellershoff in seinem literarischen und essayistischen Werk die eigene Zeit als Soldat, auch die eigene jugendliche Begeisterung dafür, mehrfach thematisiert.

Unter zeitgeschichtlichen Experten besteht indessen weitgehend Einigkeit, dass ohne eigenhändige Unterschrift der Betroffenen keine Aufnahme in die NSDAP möglich war. Der Historiker Armin Nolzen sagte dem ZEITmagazin: „Für eigenmächtige Anmeldungen durch HJ-Führer gibt es bis heute keinen einzigen empirischen Beweis“.

Was schenkt man jemandem, der schon alles hat? Letzten Herbst hatte ich die Gelegenheit, den größten Gabentisch der Welt zu besichtigen: Eine in den Berg gehauene Schatzkammer mit über 180 Räumen voller Geschenke, der Eingang streng von Soldaten bewacht. Es sind Präsente, die Besucher aus aller Welt dem nordkoreanischen Diktator und „ewigen Präsidenten“ Kim Il Sung mitbrachten, der eigens zur Aufbewahrung eine „Freundschaftsausstellung“ in den Myohyang-Bergen vor Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang bauen ließ.  

In einem halben Jahrhundert hatte sich bei Kim Il Sung allerlei angesammelt: 222.522 Geschenke – man hatte genau zählen lassen. Nordkorea ist ein kommunistisches Land, aber der Personenkult um Vater und Sohn Kim trägt quasi-religiöse Züge. Nur hießen die heiligen drei Könige des Kommunismus Mao, Stalin und Ceausescu, und sie brachten nicht Weihrauch, Myrrhe und Gold, sondern gepanzerte Limousinen, Eisenbahnwaggons und Gewehre. 

Von den Sandinisten aus Nicaragua ein ausgestopftes Krokodil mit Tablett und Whiskygläsern, ein Lehnsessel von Tito, eine kuriose Kuckucksuhr „von Drillingen aus der DDR“ – wie auf jedem Gabentisch gesellt sich hier Nützliches zu Nutzlosem. Umtauschen kommt ja nicht in Frage, das versteht sich bei Gastgeschenken von selbst. Es ist ein Schatz von orientalischen Ausmaßen. Nun ja, vielleicht nur ein Verschnitt aus 1001 Nacht und Quelle-Katalog, oder woher hatte Chinas Präsident Li Peng 1991 die billige Stereoanlage? 

Was schenkt man jemandem, der schon alles hat? Für viele Deutsche ist das in der Vorweihnachtszeit trotz Krisenstimmung eine typische Luxusfrage. Für die Staatsgäste, die das bitterarme Nordkorea besuchen, ist es ein Problem. Denn die Menschen im Norden des geteilten Landes leiden unter Hungersnöten und Armut, während die Regierung Geld in die Produktion von Nuklearwaffen steckt. Aber Kim Il Sungs Sohn und Nachfolger Kim Jong Il hat gleich neben dem Vater seine eigene Schatzhöhle, in deren Zentrum eine Digitalanzeige den aktuellen Besitzstand angibt: Bis dato 56.474 Geschenke. 

Wie so häufig sagen auch hier die Geschenke mehr über den Spender als über den Empfänger. Das billige Wodka-Set von Putin? Eigentlich eine Frechheit. Der von Michael Jordan signierte Basketball, den die ehemalige Außenministerin Madeleine Albright Kim Jong Il mitbrachte? Nicht ohne Hintersinn, wenn man bedenkt, dass der etwas kurz geratene Diktator Plateausohlen trägt. Der Computer eines südkoreanischen Unternehmens? Wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl angesichts der Tatsache, dass das Internet in Nordkorea verboten ist. 

Ein Geschenk aber war etwas Besonderes: In einer Vitrine lag ein Stück der Berliner Mauer, gewidmet 1990 von einer anonymen Spenderin aus Deutschland. Es war berührend, dieses Symbol friedlich überwundener Teilung zu sehen. Denn Nord- wie Südkoreaner wollen nichts lieber, als wieder vereinigt zu werden. 

Im unterdrückten Nordkorea könnte das symbolträchtige Mauerstück aus dem fernen Deutschland die Hoffnung stiften, für die das Weihnachtsfest steht, dachte ich mir. Seit Jahrzehnten isoliert die kommunistische Diktatur das Land völlig von der Außenwelt. Die meisten Nordkoreaner, die durch Kims Schatzhöhle geführt werden, wissen wahrscheinlich nicht einmal, wo die deutsche Mauer stand und wer sie eingerissen hat. Und wenn sie es wüssten, dann käme ihnen das vielleicht wie ein Weihnachtsmärchen vor: Es war das Volk, das da laut protestierend durch die Straßen zog und sich selbst von Diktatur und Teilung befreite. 

Für uns Deutsche aber ist es kein Weihnachtsmärchen, wir müssten es besser wissen. Dieses Mauerstück in Nordkorea sollte uns daran erinnern, was wir angesichts unserer Alltagssorgen und – klagen gerne vergessen: Dass wir die Wiedervereinigung unseres nicht ganz armen Landes einer friedlichen Revolution verdanken

(gesendet im Deutschlandradio Kultur am Heiligabend 2008, Beitrag zum Nachhören)

Pjöngjang leuchtet. Jedenfalls die Skyline am Ufer des Taedong-Flusses, die wir nachts von unserem Hotel aus sehen können. Die Russen haben Öl geliefert, heißt es. Von Ferne dringt Baulärm über den Fluss, und Schweißbrenner blitzen aus nachtgrauen Gebäude-Gerippen.

Dahinter ragt das Ryugyong-Hotel, eine pyramidenförmige Bauruine, die einmal 3000 Zimmer und sieben Drehrestaurants beherbergen sollte, wie ein ausgeraubtes Pharaonengrab in den Himmel über Pjöngjang. Selbst diese brachliegende Betonmonstrosität soll zu neuem Leben erweckt werden. Ein ägyptisches Unternehmen – wie passend – will den Bau vollenden.

Kein Zweifel, es tut sich was im Herzen der Finsternis, in dieser Hauptstadt auf der „Achse des Bösen“, zu der die Bush-Regierung das kommunistische Nordkorea zählt. Nordkorea ist ein vom Rest der Welt hermetisch abgeriegeltes Niemandsland. Wer in Hamburger Buchhandlungen nach Reiseführern fragt, erntet Schulterzucken, auch das Reisebüro muss Sonderschichten schieben, um ein Flugticket zu organisieren.


Pjöngjang wirkt auf den ersten Blick wie ein Eisschrank, in dem der Kalte Krieg konserviert wurde. An jeder Straßenecke, jeder Fassade riesige Propagandaslogans, die zur Vernichtung des imperialistischen Klassenfeinds auffordern oder die Vorzüge des koreanischen Kommunismus preisen. Weiterlesen »

HUMOR may not be the first thing that comes to mind when you think of the citizens of North Korea, a country known mostly for militant anti-Western propaganda, chronic food shortages and an internationally isolated government pursuing nuclear weapons.

And yet audiences at the 11th Pyongyang International Film Festival here clearly enjoyed themselves this fall during screenings of Western dramas and comedies, occasionally even erupting into riotous laughter.

In most other countries movies like Marcus H. Rosenmüller’s “Heavyweights,” a lighthearted comedy about a group of Bavarian villagers contending in the 1952 Winter Olympics, would be harmless fun. But not in North Korea, and to prove it there was a man with a piece of cardboard sitting in the projection room to cover the lens in case anything deemed unseemly to Korean eyes was shown.

That day, mercifully, the cardboard-wielding censor wasn’t particularly good at his job. His hapless attempts to maintain officially sanctioned decency only added to the amusement of the 2,000 moviegoers in the gigantic Pyongyang International Cinema House, who responded energetically to the sight of a half-dozen outsize German bobsledders baring their bottoms and stuffing themselves with food and beer to gain weight for a competition.

It was an unusual sight in this corner of the world, to say the least.

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Seit langem überfällig, findet er nun statt: der Abgang von Bahnchef Mehdorn. Die jüngsten Ermittlungsergebnisse der Untersuchungskommission im Datenskandal der Deutschen Bahn waren dabei nur der heiße Tropfen auf den Stein. Sein Ende verdankt Mehdorn vielmehr seiner Fähigkeit, mit brüsker und selbstherrlicher Managerattitüde seine Herren, die Politiker, gegen sich aufzubringen – und das, finden inzwischen selbst Unionsvertreter, gehört sich nun wirklich nicht für den Chef eines halbstaatlichen Unternehmens. In Zeiten der Finanzkrise haben Manager ohnehin im Volk keinen Ruf zu verlieren, und ein Mann wie Mehdorn, der bei der Bahn Schaltergebühren einführen wollte und auch bei wochenlangen Streiks lieber sein Ego am Verhandlungstisch pflegte als die zarte Seele entnervter Bahnpassagiere, eignet sich ideal als Bauernopfer im Vorwahlkampf.   

Das hat nun zu einer erstaunlichen Kehrtwende geführt. Bisher galt nämlich: Merkel will Mehdorn bis nach der Bundestagswahl halten, um dann mit neuen Mehrheiten einen unionsnahen Mann als neuen Bahnchef zu installieren. Mit der Zurückhaltung ist es nun vorbei. Nicht nur die SPD hatte Mehdorn schon vor Wochen „zum Abschuss freigegeben“, wie mir ein Mitglied des parlamentarischen Verkehrsausschusses verriet, auch Unionsgranden wie Fraktionsvize Bosbach hatten sich auf Bahnmanager eingeschossen. Das Überwachungssystem der Bahn habe die „Qualität der Normannenstraße“ lautet das vernichtende Fazit eines Mitglieds des Verkehrsausschusses. Längst stand fest: Mehdorn muß gehen. 

Seit Wochen wurde hinter den Kulissen um einen Nachfolger gerungen, und die Gerüchteküche der Parlamentspresse dampfte munter vor sich hin. Könnte es Nikolaus Breuel, der unionsnahe Leiter der Fernverkehrssparte der DB, werden? Die Blitzkarriere Breuels bei der Bahn-AG hat ihm allerdings nicht nur Freunde eingebracht, im Konzern gilt er als hochprotegierte Lachnummer, der seinen kometenhaften Aufstieg dem Einfluß seiner Mutter, Ex-Treuhandchefin Birgit Breuel, auf die Kanzlerin verdankt. Auch der SPD-nahe Norbert Bensel, Vorstandsmitglied der DB Logistik, gilt allenfalls als Übergangskandidat.  

In Wirklichkeit steht längst fest: Dass die SPD ihre komfortable Mehrheit im Aufsichtsrat der Bahn AG (13rot, 5 schwarz) nutzt, um dem Koalitionspartner nun einen in der Wolle gefärbten Sozi vorzusetzten, ist so gut wie ausgeschlossen. Nach den koalitionsinternen Querelen der letzten Zeit ist man bemüht, die Wogen etwas zu glätten. Steinmeier und Müntefering wissen, dass sie sich bei der Bahn-Nachfolge mit einer gezielten Provokation der Kanzlerin keinen Gefallen tun würden. Denn die Union würde sich bei der nächsten Gelegenheit  - etwa der Benennung wichtiger EU-Posten revanchieren. Es mag Vorwahlkampf sein, aber noch herrscht die typisch deutsche Konsenspolitik vor oder, wenn man so will, das vorsichtig-lauernde sich-Beobachten der koalierenden Konkurrenten, die wissen, dass sie jetzt und vielleicht ja auch in Zukunft voneinander abhängig sind. 

Der Mann der Stunde könnte nun ein alter Bekannter werden, von dem man einige Zeit nichts mehr hörte: Alfred Tacke. Der ehemalige Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, den der damalige Kanzler Schröder von Niedersachsen mit nach Berlin genommen hatte, gilt in Berliner Kreisen als aussichtsreichster Nachfolger Mehdorns. Später war Tacke Chef der Energieunternehmen Evonik und STEAG, einer Tochter des Energieriesens RAG. Tackes Chef im Wirtschaftsministerium und danach bei der RAG war Werner Müller, der – wie praktisch – heute Aufsichtsratsvorsitzender der … Deutschen Bahn ist.  

Sicher, auf den ersten Blick wirkt der Niedersachse Tacke wie ein typischer FOG (Friend of Gerd) aus alten Schröder-Zeiten. Allerdings hat sich der SPD-Mann, etwa als Sherpa für den G8-Wirtschaftsgipfel 2000, auch in Unionskreisen einen Ruf als solider Pragmatiker erworben. Kanzlerin Merkel kann mit dem Macher-Typen Tacke gut leben. So haben beide Seiten, was sie brauchen: Steinmeiers SPD einen Mann mit Parteibuch und die Kanzlerin einen pragmatischen Manager, der seine Erfahrung aus der wichtigen Energiebranche in das halbstaatliche Großunternehmen einbringt. 

Vor allem aber verfügt Tacke über eine unschätzbar wichtige Qualifikation für den Posten des Bahnchefs: Im Gegensatz zum Ego-Manager Mehdorn, der sich gerne in Kaiser Wilhelm-Manier über seine Herren im Parlament lustig machte, weiß er, wie man mit Politikern umgeht. Für die ist Alfred Tacke die Notbremse aus Niedersachsen.

******Nachtrag, 30.03.2009, 18.30h: Jetzt hat auch Spiegel Online Alfred Tacke im Visier, der zuerst von diesem Blog heute morgen als Mehdorn-Nachfolger genannt wurde.

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