Eliten in einer egalitären Welt (2005)
Elite – spätestens seit der Debatte über deutsche Eliteuniversitäten ist das lange Zeit verrufene Wort wieder in aller Munde. Die Bundesregierung will ein deutsches Harvard, Bayern will ein Elitenetzwerk, und die von der Pisa-Studie alarmierten Eltern wollen ohnehin »nur das Beste« für ihre Kinder. Die Besten aber, so lautet das Vorurteil, kann man nur um den Preis sozialer Ungerechtigkeit fördern. Warum haben gerade die Deutschen so große Probleme mit dem Begriff Elite?
Malte Herwigs Essay ist ein Plädoyer für einen gelassenen Umgang mit dem Thema Elite und versucht zugleich, Denkanstöße zu geben, wie man mit der Herausforderung der Ungleichheit umgehen soll. Auch eine Demokratie, so sein Fazit, kommt nicht ohne exzellent ausgebildete Eliten aus. Das muß man im Auge behalten, wenn man sich an die Reform des Bildungswesens für das 21. Jahrhundert macht.
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Besprechungen:
Financial Times Deutschland, 20.12.2005 — „Es bleibt die Erkenntnis, die Malte Herwig formuliert: ‘Wir brauchen eine neue Bürgergesellschaft.’“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5.12.2005 — Herwig „hat alle Chancen, bald in sämtlichen Gesprächsrunden als wertbewußter Orientierungshelfer gefragt zu werden.“
Buch der Woche, NDR Kultur, 29.10.2005 — „Dieser Essay schafft gute Grundlagen für eine solche Debatte. Und bei aller Ernüchterung verbreitet das Buch auch Zuversicht.“
Buchtipp, Deutschlandradio Kultur, 30.10.2005 — „Von der Vorstellung einer Bildung als Wert an sich sind Schule und Hochschule gegenwärtig weit entfernt, das konstatiert Herwig zu Recht.“
Interviews mit dem Autor:
Deutschlandradio Kultur, 15.12.2005
Deutsche Welle, 22.12.2005
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, 7.12.2005
Bildungsbürger auf Abwegen (2004)
„Dieses Buch ersetzt ein Studium“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Wissen ist Macht, das wusste schon der neunzehnjährige Thomas Mann: „Zu der intellektuellsten der Künste, der Wortkunst, gehört nicht nur Gefühl und Technik, sondern auch Wissen, es sei denn, dass man unter die Lyriker gehen will und verhungern.“ Der Wissenshunger hat sich ausgezahlt. Heute gilt Thomas Mann als der Repräsentant des deutschen Bildungsbürgertums, ein breites Lesepublikum schätzt ihn als umfassend gebildeten Humanisten und Schöpfer enzyklopädischer Romane. Aber was für ein „Wissen“ ist es eigentlich, um das es in seinem Werk geht?
Besprechungen:
In der FAZ vom 20.9.2004 lobt Christian Geyer das Buch als „ausgezeichnete Geschichte des populärwissenschaftlichen Schreibens“. Nach seinem Dafürhalten ist der Band nicht nur für Thomas Mann-Forscher interessant, sondern „ein Buch für jeden Wissenschaftler, Studenten und Fachpublizisten, der verständlich schreiben möchte“. Die Rezension finden Sie hier.
Die Süddeutsche Zeitung vom 10.8.2005 würdigt die „ästhetische Sensibilität, mit der Herwig der Verwendung naturwissenschaftlicher Phänomene im Werk Manns nachstellt“, wo frühere Studien nur inhaltliche Bezüge zwischen Wissenschaft und poetischer Anwendung herstellten. Herwig „entwickelt die Ästhetik einer naturwissenschaftlichen Poesie und lockert den Ernst seiner Darstellung durch manch witziges ikonographische Detail auf“. Die ganze Rezension lesen Sie hier.
Der Zürcher Tagesanzeiger vom 6.8.2005 stellt das „lesenswerte Buch“ neben einem Foto von Albert Einstein und Thomas Mann vor. „Herwig zeigt, dass Mann anders als viele seiner Schriftstellerkollegen die Spannung zwischen Geist und Natur in einer von der Wissenschaft entzauberten Welt nicht durch eine literarische Wiederverzauberung zu überbrücken suchte. Stattdessen bediente er sich der Naturwissenschaften, um «Wunder und Qual des Menschseins tiefer verstehen, um sie schöner gestalten zu können».“ Rezension hier.



